Bedauern und Enttäuschung über das Scheitern der Trauung für alle

Offene Kirche: Bedauern und Enttäuschung über das Scheitern der Trauung für alle

 

Im Zuge der Herbst-Synodaltagung hat sich die Landessynode der Ev. Landeskirche in Württemberg erneut gegen einen Schritt in Richtung der Gleichstellung von homosexuellen Paaren entschieden. Zur Abstimmung stand die Einführung einer Trauung homosexueller Paare. Das Gesetz verfehlte, trotz großer gesprächskreisübergreifender Mehrheit, das erforderliche 2/3-Quorum.

 

Martin Plümicke und Hans-Ulrich Probst erklären für die Offene Kirche: „Die Unterstützung der Trauung für alle wird mittlerweile von einer breiten Mehrheit in der Synode und unter den Kirchenmitgliedern getragen. Die Entscheidung der Landessynode bedauern wir daher zutiefst. Nach einem jahrzehntelangen Einsatz für die Gleichstellung wäre die neue Regelung ein wichtiger Schritt gewesen. Dieser kommt nun nicht zustande, sodass die Ev. Kirche sich weiterhin mit diesem Thema auseinandersetzen werden muss. Für die Kirche ist das ein Schaden.

Zur Abstimmung stand keine radikale Position, sondern ein Angebot an alle Seiten. Der Prozess hin zur gleichgeschlechtlichen Trauung ist jedoch an einer Verweigerungshaltung aus der Lebendigen Gemeinde gescheitert. Von dieser synodalen Gruppe wurde nunmehr zwei Jahren lange der Prozess zur Reform der Segnungsgottesdienste unterlaufen. Doch Synode bedeutet, sich auf einen Weg zu begeben, auf dem alle ihr Positionen infrage stellen lassen. Demokratie bedeutet, sich an Diskussionen zu beteiligen. Echte Offenheit zum Gespräch und zur Diskussion bestand jedoch von Seiten der Lebendigen Gemeinde bedauerlicherweise nicht.“

 

Die Offene Kirche dankt allen kirchlichen Gruppen, die sich in den vergangenen Jahren innerhalb der Ev. Landeskirche für die Trauung für alle eingesetzt haben. Trotz aller Verletzungen, die die heutige Entscheidung auslöst, wird die Offene Kirche den Weg hin zu einer Kirche, die alle Menschen einlädt, weitergehen.